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Montag, 1. Februar 2016

Euphorbia milii oder Christusdorn

wie die Pflanze umgangssprachlich genannt wird. Mit dem Namen Christusdorn verbindet man automatisch das Bild der Kreuzigung Jesu. Doch in Wahrheit ist es nur die Ähnlichkeit der mit Dornen bewehrten Äste aus denen die Dornenkrone gemacht wurde, die der Euphorbia den Beinamen Christusdorn gaben.
Die Gattung Euphorbia besteht aus über 2000 Arten die über die ganze Welt verteilt sind, fast die Hälfte davon sind sukkulent oder teilweise sukkulent. Juba II. von Mauretanien (etwa 50 v. Chr.) war in Rom erzogen worden und hatte dort eine wissenschaftliche Ausbildung erhalten. Er schrieb eine Abhandlung über eine Pflanze die er gefunden hatte. Sie sonderte einen Milchsaft ab, der getrocknet wurde und der daraus gewonnene Latex wurde als Abführ- oder Brechmittel und sogar als Heilmittel gegen Abszesse eingesetzt. Er benannte dieses Heilmittel als Euphorbium, nach seinem Leibarzt Euphorbus, so überlieferte es jedenfalls Plinus der Ältere 79 n. Chr. Carl von Linnè änderte 1753 die Schreibweise auf Euphorbia.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Gewächse aus der Gattung Euphorbia als Wolfsmilch­gewächse bezeichnet, wegen des scharfen, ätzenden Milchsaftes. Dieser Milchsaft tritt schon bei geringer Berührung aus jeder Pore dieser Pflanze aus. Darum ist immer Vorsicht geboten, auch bei den einheimischen aus dem Garten. Nichts von diesem Saft auf Schleimhäute oder gar in die Augen bringen, besonders empfindliche Menschen können schon bei Hautkontakt Irritationen bekommen. Darum bei Kontakt mit den Pflanzen grundsätzlich alle Hautstellen gut mit Seife abwaschen. Beim Schneiden von Steck­lingen immer Handschuhe tragen. Substrat eine durchlässige Kakteenerde mit etwas Humusanteil.

Diese aus Madagaskar kommende Art wurde von Des Moulins 1836 beschrieben. Er wählte den Namen milii zu Ehren von Pierre Bernard Milius der die Art 1821 in Europa einführte. Immer seltener sind in den Sammlungen botanisch artreine Nachkommen zu finden, wegen der Fülle an Neuzüchtungen die durch größere und farbenprächtigere Blüten oder durch dickere Stämme auffallen. Sie verdrängen dadurch die ursprünglichen Arten aus den Sammlungen und vom Zimmerfenster.

Die sich stark aus der Basis verzweigenden Pflanzen werden 1 bis 2m hoch, sind mit vielen Dornen besetzt. Die 5 bis 7-kantigen Äste sind bis zu einem Zentimeter dick und sind mit einer grau-braunen Rinde bedeckt. Der Milchsaft ist weniger aggressiv, aber dennoch bei Schnittmaßnahmen Schutzbrille aufsetzen und Hände schützen und danach Gesicht und Hände waschen. Die dunkelgrünen bis zu 5cm langen und 1 bis 2cm breiten spateligen Blätter sind ausdauernd, solange genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Auf länger andauernde Trockenheit reagiert die Pflanze mit Laubabfall. Nach einer Wassergabe jedoch erscheinen wieder neue Blätter, außer das Exemplar ist komplett vertrocknet. Die Blüten, Cyathien genannt sind einhäusig und rot, rosa oder gelblich. Die Samenkapseln besitzen immer 3 Fächer, nach der Frucht­reife werden sie durch einen Spannungsdruck aufgesprengt und die Samenkörner spritzen davon.
Es sind einfach zu kultivierende und ideale Zimmer­pflanzen. Wer seinen Christusdorn immer mit Laub und Blüten sehen möchte, muss die Pflanzen während der Wintermonate mindestens bei 12 bis 15 Grad C halten und alle 4 Wochen etwas gießen. Wenn E. milii kühler überwintert, bei 6 bis 8 Grad C, dann nicht oder nur bei sonnigem Wetter gießen und dabei in Kauf nehmen, dass einige oder alle Blätter abfallen.
Bezugsadresse von Euphorbia milii: www.kaktusmichel.de

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